Rosita Harbor

Am Morgen strahlt die Sonne von einem tiefblauen Himmel, es ist klirrend kalt, das Deck und der Mast von einer Eisschicht überzogen.

Nach einem warmen Porridge lichten wir kurz nach acht den Anker. Die beeindruckende Kulisse Südgeorgiens zieht Steuerbords an uns vorbei: alpine Gipfel, verschneit oft noch bis auf Meereshöhe, teils vergletschert. Unser Plan, diese Insel beim Erwachen aus ihrem Winterschlaf zu entdecken, geht voll auf.

Nach zwei Stunden fällt der Anker in Rosita Harbour.

Rosita Harbour

Die Landschaft, die Bucht ist atemberaubend schön. Die umliegenden Berge grafische Strukturen aus schwarzem Fels und weißem Schnee. Wir genießen die Sonne nach dem gestrigen Wetter und wandern durch die blendend weiße Landschaft. Einzelne Moose und Flechten oder Büschel aus Tussock Gras tupfen einen Hauch Farbe hinein – ein blasses Gelb-Grün. Darin verbergen sich – oft kaum erkennbar – nistende Antarktische Riesensturmvögel (Giant Petrels). Diese sind gerade in der Paarungs- und Nistzeit und reagieren sehr sensibel, daher halten wir Abstand, um sie nicht zu stören. Auch die Pelzrobben – mal versteckt schlafend im Tussock Grad, mal am Strandsaum in der Sonne dösend – mögen Abstand und bringen dies auch unmissverständlich zum Ausdruck, wenn man ihnen zu nahe kommt. Sie richten sich auf und antworten mit einem Fauchen. Rückzug ist angesagt. Denn die Pelzrobben sind erstaunlich flink unterwegs und ein Biss mit deren spitzen und hoch infektiösen Zähnen hätte schwerwiegende Folgen.

Ein einzelnes Paar Gentoo-Pinguine liegt faul im Schnee und am Strand treffen wir erneut auf Seeelefanten, mit ihrem breiten und zufriedenen Lächeln und zahlreichem Nachwuchs.

Wir wollen das gute Wetter nutzen und lichten daher am frühen Nachmittag den Anker um einige Seemeilen weiter ostwärts einen Ankerplatz für die Nacht und einen weiteren Landeplatz anzusteuern..

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